2026-08-19 Aktuelle Nachrichten und Hintergründe aus Deutschland und der Welt.
Eine Frau in historischem rotem Samtkleid trägt ein rohes Fleischstück als Kopfbedeckung vor blauem Hintergrund.

Chemnitz: „Serving Gender“ bis November im Museum

Vom 4. Juli bis 1. November 2026 richtet „Mahlzeit! Serving Gender“ im Museum Gunzenhauser in Chemnitz den Blick auf Essen, Geschlechterrollen und Care-Arbeit. Nach Angaben der Kunstsammlungen Chemnitz ist die Ausstellung der zweite Teil der dreiteiligen Reihe „Mahlzeit!“. Eintrittspreis, Buchungsweg, genaue Adresse, Öffnungszeiten sowie Angaben zu Anreise und Barrierefreiheit sind in den bereitgestellten Ausstellungsinformationen nicht ausgewiesen.

Die Schau dürfte besonders Menschen ansprechen, die sich für feministische Kunst, Sozialgeschichte und die gesellschaftliche Verteilung von Fürsorgearbeit interessieren. Sie verbindet historische Werke mit feministischen Positionen der 1970er-Jahre und zeitgenössischer Kunst.

Vom Apfel Evas bis zur unbezahlten Care-Arbeit

Ein Apfel kann in dieser Ausstellung mehr sein als ein Lebensmittel. „Serving Gender“ beginnt bei Evas Apfel als Ursprungsmythos weiblicher Verantwortung und führt über die Muttermilch als Bild biologischer sowie gesellschaftlich erwarteter Fürsorge bis zu heutigen Rollenbildern rund um Kochen, Nähren und Essen.

Im Mittelpunkt stehen Frauen als zentrale Ernährerinnen von Familien und Gemeinschaften. Die Ausstellung macht sichtbar, wie stark die häufig unbezahlte und wenig beachtete Arbeit rund um Nahrung mit kulturellen Normen und gesellschaftlichen Machtstrukturen verbunden ist.

Chemnitz: „Serving Gender“ bis November im Museum

Daraus entstehen konkrete Fragen: Wer bereitet das Essen zu, und wer wird dabei in der Kunst dargestellt? Welche Erwartungen an weibliche Fürsorge bestimmen den Esstisch? Wer darf offen Appetit zeigen? Auch der Gegensatz zwischen alltäglicher Küchenarbeit und einer weiterhin häufig männlich geprägten Spitzenküche wird aufgegriffen.

Kunst aus vier Jahrhunderten liest den Esstisch neu

Die zeitliche Spannweite reicht vom 17. Jahrhundert bis in die Gegenwart. Zu den prägenden feministischen Arbeiten gehört Martha Roslers Video „Semiotics of the Kitchen“ aus den 1970er-Jahren. Zeitgenössische Positionen kommen unter anderem von Sophia Süßmilch, Ivonne Thein, Henriette Grahnert, Julia Kissina, Eliane Diur und Fern Liberty Kallenbach Campbell.

Auch die Medien wechseln: Textilkunst, Malerei, Druckgrafik und Fotografie stehen neben Videoarbeiten. Aus dem Sammlungsbestand der Kunstsammlungen Chemnitz und aus Leihgaben entsteht so kein einheitliches Frauenbild, sondern eine epochenübergreifende Gegenüberstellung von Körper, Arbeit, Fürsorge und sozialer Rolle. Perspektiven des Jugendrats fließen ebenfalls in die Ausstellung ein.

Chemnitz: „Serving Gender“ bis November im Museum

Innerhalb der Reihe folgt „Serving Gender“ auf die „Feinkunsthalle“, die sich mit Konsum- und Kulturgeschichte von Lebensmitteln beschäftigte. Der dritte Teil „Zu Tisch“ beginnt am 27. November 2026 und rückt gemeinschaftliches Essen, kulturelle Traditionen, Feste und Rituale in den Mittelpunkt.

Führungen, Lesung und Drag-Performance begleiten die Schau

Das Museum Gunzenhauser ergänzt die Ausstellung durch Führungen, eine Lesung, einen Workshop und Performances. Aus dem veröffentlichten Programm ergeben sich unter anderem diese Termine:

Datum Programmpunkt
15. August Kombiführung zu „Serving Gender“ und „WIN/WIN“
20. August Lesung aus „Der Teller“ von Annabelle Hirsch
27. August „Blind Art Date: Serving Gender – Queer Edition“
4. September Kuratorinnenführung mit Pauline Tigges
11. September „Gut angerichtet? Eine Führung in Drag“
26. September Perspektivwechsel mit dem Jugendrat Alfreds Crew
10. Oktober Workshop „Zines als kreative Praxis“
24. Oktober Kuratorinnenführung
29. Oktober Showtalk „Titten Thesen Temperamente“

Bei der Drag-Führung übernehmen Drag Queen Dani California und Drag King Smoky Addamz die Gastgeberrolle. Daneben sind weitere öffentliche Führungen im August und September angekündigt.

Das sollten Besucher vor dem Museumsbesuch prüfen

Für die Ausstellung selbst ist kein einheitlicher Beginn am Tag genannt. Da auch Eintrittspreis und Buchungsmodalitäten in den vorliegenden Angaben fehlen, sollten Interessierte diese Punkte sowie mögliche Teilnahmebedingungen des Begleitprogramms unmittelbar bei den Kunstsammlungen Chemnitz prüfen. Der letzte aufgeführte Programmpunkt findet am 29. Oktober statt; am 1. November 2026 endet „Mahlzeit! Serving Gender“ im Museum Gunzenhauser.

Quelle: Kunstsammlungen Chemnitz – Ausstellungen

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