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Ein Ölgemälde zeigt einen Bachlauf im Wald mit moosbedeckten Steinen und leuchtend grünen Farnen.

Georg Lührig in Wiesbaden: Bis Januar Fresken digital erleben

Vom 22. Mai 2026 bis zum 17. Januar 2027 zeigt das Museum Wiesbaden, Friedrich-Ebert-Allee 2, die Ausstellung „Georg Lührig: Ein Meister aus Dresden“. Angesprochen sind kunstinteressierte Besucherinnen und Besucher sowie Schulklassen und pädagogische Gruppen. Ein Eintrittspreis, konkrete Besuchszeiten sowie Angaben zur allgemeinen Buchung, Anreise und Barrierefreiheit sind in den vorliegenden Veranstaltungsinformationen nicht ausgewiesen; diese Punkte sollten vor einem individuellen Besuch beim Museum geprüft werden.

Im Zentrum stehen Werke eines lange aus dem öffentlichen Blick geratenen Künstlers. Restaurierte Vorzeichnungen und Ölstudien, digitale Rekonstruktionen sowie interaktive Medienstationen führen durch Georg Lührigs Bildwelt zwischen Jugendstil und Symbolismus.

Zerstörte Fresken werden als Projektion wieder sichtbar

Georg Lührig wurde 1868 in Göttingen geboren, lebte jedoch fast fünf Jahrzehnte in Dresden. In Landschaften, Tierdarstellungen und Porträts arbeitete er unter anderem mit Kohle, Bleistift, Aquarell und Lithografie. Eine besondere Stellung nahmen seine monumentalen Fresken und Wandbilder für öffentliche Gebäude ein, die zwischen 1904 und 1932 entstanden und 1945 zerstört wurden.

Der umfangreiche Nachlass, den Lührigs Erben dem Museum übergaben, ermöglicht nun eine Annäherung an diese verlorenen Arbeiten. Großformatige Vorzeichnungen und Ölstudien wurden restauriert und bilden einen Schwerpunkt der Ausstellung.

Die Fresken „Der Tag — Sieg des Lichts“ und „Die Nacht“ werden auf Grundlage historischer Vorlagen digital rekonstruiert. Eine großformatige Projektion macht Kompositionen wieder erfahrbar, die im Original nicht mehr existieren. Ergänzende Stationen zeigen zugleich, wie Archive, Forschung und Museumsarbeit aus erhaltenen Fragmenten neue Zusammenhänge gewinnen.

Acht Themenbereiche öffnen den umfangreichen Nachlass

An einem Medientisch können Besucherinnen und Besucher in Skizzenbüchern, Zeichenmappen, Fotografien, Rollen und Dokumenten stöbern. Acht Themenbereiche reichen von frühen Studien bis zu den monumentalen Fresken. Dabei werden auch Arbeiten zugänglich, die nicht in den Ausstellungsräumen präsentiert werden können.

Die digitalen Elemente sind eng mit den ausgestellten Originalen verbunden: Fragmente lassen sich zusammenführen, verborgene Arbeiten werden sichtbar und einzelne Werkphasen können genauer nachvollzogen werden. Damit erhält das Publikum unterschiedliche Zugänge zu einem Lebenswerk, das lange nur ausschnitthaft wahrgenommen wurde.

Kurator Peter Forster verweist darauf, dass Lührig zwischen 1909 und 1916 durch zahlreiche Ausstellungen in Wiesbaden präsent war. Danach folgte nach seinen Worten eine fast hundertjährige Pause, die das Museum mit der neuen Ausstellung beenden will.

Papierarbeiten aus Rumänien zeigen Lührigs Bandbreite

Zu den weiteren Schwerpunkten gehören Arbeiten, die während Lührigs wiederholter Aufenthalte in Rumänien entstanden. Er bereiste das Land von 1897 bis zum Ende der 1920er Jahre. Gezeigt werden bislang unveröffentlichte Papierarbeiten, Lithografien, Radierungen und Aquarelle.

Diese Werke ergänzen die Fresken um kleinere Formate und andere Techniken. Sie stehen neben Landschaften, Tierbildern und Porträts und verdeutlichen, wie Lührig Naturbeobachtung mit einer symbolistischen, teils märchenhaften Bildsprache verband.

Obwohl er von 1885 bis 1889 an der Kunstakademie München ausgebildet wurde, verstand sich Lührig zeitlebens als Autodidakt. Diese Haltung prägte auch seine Lehrtätigkeit an der Dresdner Kunstakademie, an der er von 1916 bis 1934 tätig war.

Führungen und Werkstätten für Schulklassen

Das Museum Wiesbaden bietet mehrere altersbezogene Formate für Schulklassen an:

  • Der Rundgang „Märchenwälder, rosenumrankte Menschen und ein Pelikan“ richtet sich an die Klassen 1 bis 6 und erschließt Lührigs geheimnisvolle Bildwelten.
  • „Die geheimnisvollen Werke des Georg Lührig“ ist für die 9. Klasse bis zur Sekundarstufe II vorgesehen. Im Mittelpunkt stehen genaue Bildbetrachtung, Naturbeobachtung und symbolistische Verdichtung.
  • Im Workshop „Schau genau — male Dein Lieblingstier!“ können Schülerinnen und Schüler der Klassen 1 bis 13 zunächst ein Tier skizzieren und es anschließend im Atelier farbig ausarbeiten. Ein Foto darf ohne Blitz aufgenommen werden.
  • Die „Atelierwerkstatt experimentell“ richtet sich ab der 7. beziehungsweise 8. Klasse bis zur Sekundarstufe II. Zur Wahl stehen Acrylmalerei, Zeichnung mit Bleistift, Kreidestift oder Kohle sowie Styrene-Druck.

Pädagogische Buchung mit festen Beratungszeiten

Schulklassen und pädagogische Gruppen können sich per E-Mail an edu@museum-wiesbaden.de wenden. Telefonische Beratung bietet das Museum unter 0611 335 2185 dienstags und freitags jeweils von 10 bis 12 Uhr an. Bei der Buchung der experimentellen Atelierwerkstatt ist das gewünschte Medium für die Klasse anzugeben.

Quelle: Museum Wiesbaden – Ausstellungen

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