2026-09-29 Aktuelle Nachrichten und Hintergründe aus Deutschland und der Welt.
Moderne Kunstausstellung mit gerahmten Werken an grauen Wänden in einem Museum.

Grant Mooney im Museum Abteiberg: Neue Ausstellung in Mönchengladbach

Vom 29. März bis zum 20. September 2026 zeigt das Museum Abteiberg in Mönchengladbach die Ausstellung „GRANT MOONEY sum“. Es ist die erste große Museumsausstellung des US-amerikanischen Künstlers in Europa. Zu sehen ist sie in der Abteistr. 27, 41061 Mönchengladbach. Angaben zum Eintritt und zu einer möglichen Buchung liegen in der veröffentlichten Veranstaltungsinformation nicht vor.

Die Schau eignet sich besonders für Besucherinnen und Besucher, die sich für zeitgenössische Skulptur, Konzeptkunst und die Rolle von Materialien in künstlerischen Prozessen interessieren. Statt Grant Mooneys Arbeiten isoliert zu präsentieren, verbindet das Museum sie mit historischen und zeitgenössischen Positionen sowie Werken aus der eigenen Sammlung.

Wenn Material selbst zum Mitspieler wird

Im Mittelpunkt steht ein Skulpturenbegriff, bei dem Material nicht nur geformt wird, sondern aktiv an Form und Bedeutung beteiligt ist. Mooney untersucht, wie Substanzen durch Wärme, Kälte, Schwerkraft, Magnetismus, biochemische Prozesse oder atmosphärische Veränderungen beeinflusst werden. Eigenschaften wie Gewicht, Dichte und Masse erscheinen dabei nicht als unveränderliche Größen, sondern als Zustände, die sich verschieben können.

Auch Verfahren wie Gießen, Schweißen und Löten gehören zu dieser Auseinandersetzung. Sie lenken den Blick darauf, wie Stoffe von einer Substanz in eine konkrete Form übergehen und welche sichtbaren oder unsichtbaren Kräfte daran beteiligt sind. Einen besonderen Stellenwert nimmt Fett ein: Mooney betrachtet es nicht allein über seine gesellschaftliche Bedeutung, sondern auch als physikalischen Wirkstoff, der Energie speichert, Wärme erhält und an physiologischen Reparaturprozessen beteiligt ist.

Grant Mooney trifft auf historische Positionen

„sum“ erweitert die Einzelausstellung zu einer generationsübergreifenden Konstellation. Mooneys Werke begegnen Arbeiten von Joseph Beuys, Hanne Darboven, Jannis Kounellis und weiteren künstlerischen Positionen. Dadurch verfolgt die Ausstellung das Verhalten künstlerischer Materialien seit den 1960er-Jahren und stellt Bezüge zur Entwicklung gegenwärtiger skulpturaler Praxis her.

Besonders deutlich wird diese Verbindung im Rückgriff auf Joseph Beuys. Die Ausstellung erinnert an dessen Plastik „Unschlitt/Tallow“ von 1977, deren Rückstände von 1982 bis 1996 im Museum Abteiberg zu sehen waren, sowie an seine „Fettecken“ und „Fettwinkel“. Der Vergleich macht nachvollziehbar, wie unterschiedlich Materie, Wärme, Energie und Veränderung innerhalb skulpturaler Arbeiten verhandelt werden können.

Ein weiterer Schwerpunkt ist „sphere music“. Für diese Installation befindet sich auf dem Dach des Museums eine eigens entworfene Harfe. Sie wird nicht durch menschliche Berührung, sondern durch die Kraft der Luft in Schwingung versetzt und führt das Thema der formgebenden materiellen und atmosphärischen Kräfte unmittelbar fort.

Führungen im August und September

Für eine vertiefende Annäherung nennt das Museum folgende Führungstermine:

  • Sonntag, 2. August 2026, um 11:30 Uhr und 15:30 Uhr
  • Sonntag, 6. September 2026, um 15:30 Uhr
  • Sonntag, 13. September 2026, um 11:30 Uhr

Die Ausstellung wurde gemeinsam von Alke Heykes und Grant Mooney entwickelt. Gefördert wird sie durch die Kunststiftung NRW und die Hans Fries-Stiftung.

Vor dem Besuch sollte direkt beim Museum Abteiberg geklärt werden, welche Eintrittspreise gelten und ob für die Führungen eine Anmeldung erforderlich ist. Aktuelle Angaben veröffentlicht das Museum auf der Ausstellungsseite zu „GRANT MOONEY sum“.

Quelle: Museum Abteiberg Mönchengladbach – Ausstellungen

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