2026-08-20 Aktuelle Nachrichten und Hintergründe aus Deutschland und der Welt.
Nächtlicher Sternenhimmel mit Lichtspuren über einer dunklen Hügelkette in der Landschaft.

Perseiden über Deutschland: So gelingen die Sternschnuppen-Nächte

Die Nächte rund um den 12. August gehören für Sternschnuppen-Fans in Deutschland zu den wichtigsten des Jahres. Dann erreichen die Perseiden gewöhnlich ihre aktivste Phase. Familien, Hobbyastronomen, Fotografen und Veranstalter sollten vor allem den Himmel, die lokale Wetterlage und einen möglichst dunklen Beobachtungsort prüfen.

Die NASA beschreibt die Perseiden als jährlich wiederkehrenden Meteorstrom mit einem Maximum Mitte August. Besonders günstig ist die Zeit nach Einbruch der Dunkelheit bis in die Stunden vor der Morgendämmerung. Eine feste Zahl sichtbarer Meteore lässt sich für einen einzelnen Ort aber nicht seriös versprechen.

Die beste Beobachtungszeit liegt spät in der Nacht

Wer nur kurz nach Sonnenuntergang hinausgeht, kann bereits einzelne Sternschnuppen sehen. Die besseren Chancen bestehen jedoch oft später in der Nacht und besonders vor der Morgendämmerung. Dann steht der Bereich des Himmels, aus dem die Perseiden scheinbar kommen, höher.

Planen Sie möglichst mindestens 30 Minuten am Beobachtungsort ein. Die Augen brauchen Zeit, um sich an die Dunkelheit zu gewöhnen. Ein Blick aufs Handy oder eine helle Taschenlampe unterbricht diese Anpassung schnell; eine gedimmte Rotlichtfunktion ist praktischer.

Die praktische Vorbereitung:

  • Nach Einbruch der Dunkelheit beginnen und bis vor die Morgendämmerung flexibel bleiben.
  • Bequem liegen oder sitzen, damit möglichst viel Himmel im Blick bleibt.
  • Ohne Teleskop beobachten: Das freie Auge erfasst den größten Himmelsbereich.
  • Warme Kleidung, Decke und gegebenenfalls ein Heißgetränk mitnehmen.

Ein dunkler Standort macht den entscheidenden Unterschied

Der Meteorstrom ist nicht nur über abgelegenen Regionen sichtbar. In Städten verschlucken Straßenlaternen, Schaufenster und beleuchtete Gebäude jedoch viele schwächere Sternschnuppen. Ein Feldweg, eine Wiese, ein höher gelegener Randbereich oder ein offizieller Beobachtungsplatz abseits direkter Lichtquellen kann die Sicht deutlich verbessern.

Wichtig ist ein sicherer und erlaubter Standort. Private Flächen sollten nicht ohne Einverständnis betreten werden. Wer mit Kindern unterwegs ist, achtet auf Wege, Verkehr und ausreichend warme Kleidung. Für öffentliche Beobachtungsabende lohnt sich außerdem ein Platz mit klaren Laufwegen und möglichst wenig störender Beleuchtung.

Wohin sollte der Blick gehen?

Es ist nicht nötig, einen einzelnen Punkt am Himmel anzustarren. Die Perseiden scheinen zwar aus der Richtung des Sternbilds Perseus zu kommen, die Sternschnuppen können aber über den gesamten Himmel ziehen. Am besten liegt der Blick in einen freien, dunklen Himmelsbereich ohne Häuser, Bäume oder grelle Lampen.

Vor der Abfahrt Bewölkung und Warnungen prüfen

Eine klare Nacht am Wohnort bedeutet nicht automatisch freie Sicht am Ziel. Niedrige Wolken, aufziehende Schauer oder Dunst können die Beobachtung stark einschränken. Vor der Fahrt sollten Interessierte deshalb die lokale Bewölkungs- und Niederschlagsprognose prüfen.

Der Deutsche Wetterdienst ist dafür eine wichtige Anlaufstelle, insbesondere wenn Gewitter, Starkregen oder andere Wetterwarnungen möglich sind. Bei einer Warnung hat Sicherheit Vorrang: Nicht auf offene Felder fahren, nicht unter einzelnen Bäumen stehen und bei Gewitter keine Beobachtung im Freien fortsetzen.

Auch Mondlicht beeinflusst die Sicht. Ein heller Mond und Lichtverschmutzung machen vor allem schwächere Meteore schwerer erkennbar. Deshalb hängt die tatsächliche Ausbeute von mehreren Faktoren ab:

  • Bewölkung und Transparenz der Luft
  • Helligkeit des Standorts und Lichtverschmutzung
  • Mondlicht
  • freie Sicht zum Himmel
  • Dauer und Geduld beim Beobachten

Tipps für Fotos der Perseiden

Für ein gelungenes Foto ist ein stabiles Stativ wichtiger als eine schnelle Reaktion: Sternschnuppen erscheinen unerwartet. Fotografen richten die Kamera auf einen großen, möglichst dunklen Himmelsausschnitt und arbeiten mit mehreren längeren Aufnahmen statt mit einem einzelnen Auslösemoment.

Eine weitwinklige Einstellung hilft, mehr Himmel einzufangen. Testaufnahmen vor Beginn zeigen, ob der Vordergrund zu hell ist oder Streulicht von Straßen und Autos stört. Wer gemeinsam beobachtet, sollte Bildschirme und helle Lampen so einsetzen, dass sie andere nicht blenden.

Die nächste sinnvolle Prüfung erfolgt am Abend vor der Beobachtung: lokale Wolkenentwicklung, Niederschlagsrisiko und aktuelle Warnungen entscheiden darüber, ob sich die Fahrt lohnt.

Quelle: NASA

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