Ein vom Tsunami beschädigtes Klavier wird zum Klangobjekt: Mit „IS YOUR TIME“ führt die Ausstellung „Ryuichi Sakamoto | seeing sound, hearing time“ in das künstlerische Arbeiten des Komponisten hinein. Vom 11. September 2026 bis 20. Juni 2027 zeigt der Hamburger Bahnhof – Nationalgalerie der Gegenwart in Berlin sieben Werke in fünf großformatigen Installationen. Nach Angaben der Staatlichen Museen zu Berlin ist es die erste große Retrospektive Sakamotos in Europa.
Die Ausstellung richtet sich an Menschen, die elektronische Musik, Film und Gegenwartskunst interessieren; das Begleitprogramm umfasst Angebote für Erwachsene, Jugendliche sowie Kinder und Familien. Eintrittspreise, Buchungsbedingungen und reguläre Besuchszeiten nennt der vorliegende Ausstellungstext nicht; konkrete Angaben zu Anreise und Barrierefreiheit fehlen ebenfalls.
Sieben Werke in den Berliner Rieckhallen
Die Retrospektive ist in den Rieckhallen des Hamburger Bahnhofs zu sehen. Auf rund 1.500 Quadratmetern begegnen sich Klang, bewegte Bilder und räumliche Installationen. Die Adresse für den Besuch lautet Invalidenstraße 50–51, 10557 Berlin.
Wer Sakamoto vor allem über seine Alben oder Filmmusik kennt, kann hier einen anderen Schwerpunkt seines Schaffens entdecken: Seit den 2000er-Jahren entwickelte er dreidimensionale Klangräume. Dabei arbeitete er häufig mit anderen Künstlern und Filmschaffenden zusammen. Die Berliner Auswahl macht diese Verbindungen anhand mehrerer gemeinsamer Arbeiten sichtbar.

Der Ausstellungsbeginn fällt in die Berlin Art Week. Zugleich gehört die Schau zum Programm für das 30-jährige Bestehen des Hamburger Bahnhofs. Die Verbindung von Klang und bildender Kunst, die hier im Mittelpunkt steht, prägt nach Darstellung des Museums das Haus seit seiner Gründung.
Ein beschädigtes Klavier und die Daten von Erdbeben
In „IS YOUR TIME“ von 2017 verwendet Sakamoto ein Klavier, das beim Tsunami 2011 beschädigt wurde. Die Arbeit beruht auf digital umgewandelten seismologischen Daten von Erdbeben weltweit. Damit verbindet sie ein Instrument, an dem eine Naturkatastrophe Spuren hinterlassen hat, mit der Aufzeichnung von Erdbewegungen.
Weitere Installationen gehen auf das Album „async“ von 2017 zurück. Sie entstanden in enger Zusammenarbeit mit dem Künstler Shiro Takatani und dem Filmemacher Apichatpong Weerasethakul. Zu den gezeigten Arbeiten gehören „async-immersion“ und „async-first light“.

Ein weiterer Teil der Ausstellung führt zu Sakamotos letztem Album „12“. Zwei Filme verwenden Musik aus diesem Klangtagebuch, das er 2021 und 2022 aufnahm. Die Auswahl verbindet damit Arbeiten aus unterschiedlichen Phasen seines späteren Schaffens: das von Erdbebendaten bestimmte Klangobjekt, die Installationen zu „async“ und Musik aus seinen letzten Lebensjahren.
Vom Yellow Magic Orchestra zur Klanginstallation
Ryuichi Sakamoto wurde 1952 in Tokio geboren und starb am 28. März 2023. 1978 veröffentlichte er sein Debütalbum „Thousand Knives“ und gehörte zu den Gründern des Yellow Magic Orchestra. Sein Werk reicht von Popalben über klassische Kompositionen und zwei Opern bis zu fast 45 Original-Soundtracks für Film und Fernsehen.
Für seine Filmmusik erhielt er unter anderem einen Oscar, zwei Golden Globes und einen Grammy. Die Retrospektive setzt ihren Schwerpunkt jedoch auf die räumlichen Arbeiten. Für den Besuch ist diese Ausrichtung entscheidend: Im Zentrum stehen fünf großformatige Installationen und die Zusammenarbeit zwischen Musik, Film und bildender Kunst.

Führungen und Familienangebote für den Besuch
Zum Begleitprogramm gehören öffentliche Führungen unter den Titeln „Ryuichi Sakamoto – Überblick“ und „Ryuichi Sakamoto – Overview“. Die Museumsseite führt dafür mehrere Termine auf. Für Kinder und Familien ist außerdem der „Familiensonntag“ mit Aktionen und Workshops genannt; auch eine „Stille Stunde“ gehört zum Programm.
Begleitend erscheint eine Ausgabe der Katalogreihe des Hamburger Bahnhofs bei Silvana Editoriale Milano. Wer den Ausstellungsbesuch mit einer Führung oder einem Familienangebot verbinden möchte, findet die entsprechenden Einträge auf der Ausstellungsseite der Staatlichen Museen zu Berlin unter „Angebote und Veranstaltungen“.
Quelle: Staatliche Museen zu Berlin – Aktuelle Ausstellungen
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Quellenprüfung Quelle und Angaben
Ausstellungszeitraum, Veranstaltungsort und Werkauswahl wurden anhand des bereitgestellten Textes der Staatlichen Museen zu Berlin abgeglichen.
- Ausstellungszeitraum: 11. September 2026 bis 20. Juni 2027.
- Veranstaltungsort: Hamburger Bahnhof – Nationalgalerie der Gegenwart in Berlin.
- Umfang laut Museum: sieben Werke in fünf großformatigen Installationen auf rund 1.
- Fehlende Preis- und Buchungsangaben werden kenntlich gemacht.
- Quelle
- Staatliche Museen zu Berlin – Ryuichi Sakamoto
- Umfang
- Berlin
- Aktualisiert
- 2026-09-12 12:19
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