2026-09-28 Aktuelle Nachrichten und Hintergründe aus Deutschland und der Welt.
Digitale Preisanzeige einer Tankstelle in Deutschland mit Fokus auf die Kosten pro Liter.

Spritpreise vergleichen: Was die Tankfüllung wirklich kostet

Sieben Cent weniger pro Liter sparen bei einer Tankfüllung von 40 Litern rechnerisch 2,80 Euro. Ob davon tatsächlich etwas übrig bleibt, hängt von der Kraftstoffart, dem Zeitpunkt des Preisvergleichs und dem Weg zur Tankstelle ab. Wer für eine konkrete Fahrt tanken muss, sollte deshalb die voraussichtliche Gesamtausgabe vergleichen – nicht allein die Zahl an der Zapfsäule.

Der aktuelle Literpreis braucht Ort und Zeitpunkt

Einen bundesweit gültigen Preis für Benzin oder Diesel gibt es nicht. Preise unterscheiden sich zwischen Tankstellen und können sich ändern. Ein sinnvoller Vergleich beginnt daher mit derselben Kraftstoffart und Preisen, die für die infrage kommenden Stationen möglichst zeitnah abgerufen wurden.

Der ADAC bietet Informationen und Preisvergleiche zu Kraftstoffen in Deutschland. Wer einen aktuellen Preis für seine Fahrt sucht, sollte dort oder in einem anderen Preisvergleich die gewünschte Kraftstoffart und die Tankstellen entlang der Strecke prüfen. Entscheidend ist der Zeitpunkt des Abrufs: Ein früher angezeigter Wert ist keine Zusage für den Preis bei der Ankunft.

Auch lesen: Spritpreise vergleichen: Wann sich der Umweg zur Zapfsäule lohnt

Auch ein Durchschnittspreis beantwortet die Frage nach der günstigsten Tankstelle für eine bestimmte Fahrt nicht. Er beschreibt keine konkrete Zapfsäule. Für die Entscheidung zählen die Stationen, die tatsächlich erreichbar sind, und der Preis für genau den Kraftstoff, den das Fahrzeug benötigt.

Was sieben Cent Unterschied bei 40 Litern bedeuten

Ein ausdrücklich angenommenes Beispiel zeigt den ersten Rechenschritt: Tankstelle A verlangt 1,75 Euro pro Liter, Tankstelle B 1,68 Euro pro Liter. Beide Preise gelten im Beispiel für dieselbe Kraftstoffart zum selben Vergleichszeitpunkt. Bei 40 Litern kostet die Füllung an A 70,00 Euro und an B 67,20 Euro. Die rechnerische Differenz beträgt 2,80 Euro.

Diese Zahl sagt noch nichts über die tatsächliche Ersparnis aus. Sie setzt voraus, dass an beiden Stationen genau 40 Liter getankt werden und die angegebenen Preise beim Tanken noch gelten. Wer nur 20 Liter benötigt, halbiert in diesem Beispiel auch den Preisvorteil auf 1,40 Euro. Je kleiner die benötigte Menge, desto weniger kann ein günstigerer Literpreis ausmachen.

Spritpreise vergleichen: Was die Tankfüllung wirklich kostet

Für einen fairen Vergleich hilft deshalb eine kurze Rechnung mit der voraussichtlichen Tankmenge: Literpreis mal Literzahl. Erst danach lohnt sich der Blick auf die Strecke. Eine Tankstelle, die ohnehin auf dem Weg liegt, ist anders zu bewerten als eine, für die ein zusätzlicher Hin- und Rückweg nötig wird.

Wann der Umweg den Preisvorteil aufzehrt

Angenommen, die günstigere Tankstelle erfordert insgesamt acht zusätzliche Kilometer und das Auto verbraucht sechs Liter auf 100 Kilometer. Für den Umweg wären rechnerisch 0,48 Liter nötig. Bei dem angenommenen Preis von 1,68 Euro pro Liter sind das rund 0,81 Euro Kraftstoffkosten. Von den 2,80 Euro Preisvorteil blieben in dieser vereinfachten Rechnung etwa 1,99 Euro.

Weitere Kosten und Aufwand, etwa zusätzliche Fahrzeit, sind darin nicht enthalten. Der tatsächliche Verbrauch kann ebenfalls abweichen. Wer einen Umweg prüft, sollte die zusätzliche Gesamtstrecke ansetzen, nicht nur die Entfernung von der ursprünglichen Route bis zur Zapfsäule. Bei Stau oder einer schwer erreichbaren Station kann die Rechnung anders ausfallen.

Praktisch ist eine Entscheidung in drei Schritten: Zuerst Preise für dieselbe Kraftstoffart und einen vergleichbaren Zeitpunkt ansehen. Dann den Preisunterschied mit der benötigten Literzahl multiplizieren. Schließlich den zusätzlichen Kraftstoffverbrauch für den gesamten Umweg abziehen. Vor dem Abbiegen zur ausgewählten Tankstelle lohnt ein erneuter Blick auf den angezeigten Preis – und vor dem Tanken auf den Preis an der Zapfsäule.

Von der KO66-Redaktion.

Quelle: ADAC

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