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Eine Hand prüft einen Stromzähler, um den aktuellen Verbrauch im Haushalt abzulesen.

Stromfresser im Haushalt finden und gezielt abschalten

Wer Stromkosten senken will, sollte nicht bei sichtbaren Kleinigkeiten beginnen, sondern bei Geräten mit hoher Leistung, langen Laufzeiten oder dauerhaftem Standby-Verbrauch. Ein einfaches Strommessgerät macht diese Energiefresser sichtbar. Schon mehrere unauffällige Dauerverbraucher können zusammen jährlich einen dreistelligen Betrag kosten.

Autor: KO66-Redaktion | Stand: 25. August 2026

Erst messen, dann über das Abschalten entscheiden

Der Stromverbrauch eines Geräts hängt von zwei Größen ab: seiner Leistungsaufnahme in Watt und seiner Betriebsdauer. Ein Wasserkocher benötigt zwar viel Leistung, läuft aber nur wenige Minuten. Ein Router zieht deutlich weniger Strom, ist dafür meist rund um die Uhr eingeschaltet.

Für Geräte mit Netzstecker eignet sich ein Energiekostenmessgerät, das zwischen Steckdose und Verbraucher gesteckt wird. Gute Modelle zeigen die aktuelle Leistung, den Verbrauch in Kilowattstunden und teilweise direkt die Kosten an. Besonders aussagekräftig ist eine Messung über mehrere Tage.

Bei Kühlgeräten, Waschmaschinen und Geschirrspülern schwankt die Leistungsaufnahme stark. Eine kurze Momentaufnahme reicht dort nicht. Kühlschrank und Gefrierschrank sollten mindestens sieben Tage gemessen werden. Bei Wasch- und Spülmaschinen ist der Verbrauch eines vollständigen, regelmäßig verwendeten Programms entscheidend.

Fest angeschlossene Verbraucher lassen sich nicht mit einem gewöhnlichen Zwischenstecker prüfen. Hier hilft eine Beobachtung des digitalen Stromzählers: Zunächst werden bekannte Geräte ausgeschaltet, anschließend wird kontrolliert, welcher Grundverbrauch verbleibt. Arbeiten an Sicherungen oder elektrischen Anschlüssen gehören jedoch in die Hände einer Elektrofachkraft.

So führen Sie einen Stromverbrauchs-Check durch

  1. Notieren Sie den Arbeitspreis pro Kilowattstunde aus Ihrer aktuellen Stromrechnung.
  2. Erfassen Sie alle Geräte, die ständig oder täglich am Netz bleiben.
  3. Messen Sie zuerst Kühlgeräte, Unterhaltungselektronik, Arbeitsplatz, Waschbereich und Küchengeräte.
  4. Prüfen Sie sowohl den aktiven Betrieb als auch Standby und vermeintlich ausgeschaltete Zustände.
  5. Rechnen Sie die Messwerte auf ein Jahr hoch.
  6. Testen Sie, welche Verbraucher sich vollständig abschalten lassen.
  7. Wiederholen Sie die Messung nach den Änderungen und vergleichen Sie den Grundverbrauch.

Neben der Senkung des Verbrauchs lassen sich möglicherweise auch Stromkosten durch einen Anbieterwechsel reduzieren.

Für einen konstanten Verbraucher gilt:

Jahresverbrauch in kWh = Watt × tägliche Stunden × 365 ÷ 1.000

Ein Gerät mit 8 Watt Standby-Leistung, das täglich 20 Stunden ungenutzt bleibt, verbraucht demnach 58,4 Kilowattstunden im Jahr. Bei einem angenommenen Strompreis von 0,35 Euro je Kilowattstunde entspricht das rund 20,44 Euro.

Beispielrechnung für typische Dauerverbraucher

Die folgenden Werte sind keine pauschalen Produktangaben, sondern Rechenbeispiele. Der tatsächliche Verbrauch muss am eigenen Gerät gemessen werden.

Beispielszenario Gemessene Leistung Ungenutzte Zeit pro Tag Verbrauch pro Jahr Kosten bei 0,35 €/kWh
TV, Konsole und Soundsystem 8 W 20 Std. 58,4 kWh 20,44 €
PC-Arbeitsplatz mit Zubehör 12 W 16 Std. 70,1 kWh 24,53 €
Kaffeemaschine im Bereitschaftsbetrieb 3 W 22 Std. 24,1 kWh 8,43 €
Drucker und Netzwerkzubehör 7 W 23 Std. 58,8 kWh 20,59 €
Nicht benötigtes Zweitgerät 15 W 24 Std. 131,4 kWh 45,99 €

Zusammen würden diese Beispiele rund 120 Euro pro Jahr verursachen. Das zeigt, warum nicht ein einzelnes Gerät, sondern die Summe vieler Dauerverbraucher relevant ist.

Wo sich die größten Stromfresser häufig verstecken

Kühlen und Gefrieren

Kühl- und Gefriergeräte laufen das ganze Jahr. Ein hoher Verbrauch kann durch verschlissene Türdichtungen, starke Vereisung, schlechte Belüftung oder einen zu kalten Temperaturregler entstehen. Auch ein kaum genutzter Zweitkühlschrank kann teuer sein, weil er unabhängig von seinem Inhalt Energie benötigt.

Vor einem Austausch sollten Türdichtungen geprüft, Lüftungsgitter gereinigt und die Temperaturen kontrolliert werden. Als Richtwerte eignen sich etwa 7 Grad im Kühlschrank und minus 18 Grad im Gefrierfach. Lebensmittel dürfen dabei weiterhin sicher gelagert werden.

Stromfresser im Haushalt finden und gezielt abschalten

Unterhaltungselektronik und Arbeitsplatz

Fernseher, Receiver, Spielkonsolen, Monitore, Lautsprecher, Drucker und Ladegeräte bilden oft eine Gerätekette. Selbst wenn jeder Verbraucher nur wenige Watt benötigt, summiert sich der Bedarf über lange Standzeiten.

Eine schaltbare Steckdosenleiste kann die gesamte Gruppe vom Netz trennen. Vorher muss geprüft werden, ob Geräte dadurch Einstellungen verlieren, Aktualisierungen abbrechen oder programmierte Aufnahmen nicht ausführen. Moderne Spielkonsolen können zudem im Schnellstartmodus deutlich mehr verbrauchen als im echten Ausschaltzustand.

Warmwasser, Waschen und Trocknen

Elektrische Durchlauferhitzer, Boiler und Wäschetrockner verursachen wegen ihrer hohen Leistung schnell relevante Kosten. Hier bringt die Verkürzung der Laufzeit meist mehr als die Suche nach einem kleinen Standby-Verbrauch.

Waschmaschinen und Geschirrspüler sollten möglichst voll beladen und mit geeigneten Eco-Programmen betrieben werden. Diese Programme dauern häufig länger, sparen aber Energie, weil das Wasser weniger stark oder langsamer erhitzt wird. Beim Trockner helfen gut geschleuderte Wäsche, gereinigte Filter und freie Luftwege.

Ausschalten, automatisieren oder ersetzen?

Vollständiges Ausschalten ist sinnvoll, wenn ein Gerät längere Zeit nicht benötigt wird und dadurch keine wichtige Funktion ausfällt. Schaltbare Steckdosenleisten eignen sich für Gerätegruppen. Zeitschaltuhren oder intelligente Steckdosen können feste Abschaltzeiten übernehmen, verbrauchen jedoch selbst Strom. Dieser Eigenverbrauch gehört in die Rechnung.

Nicht wahllos abgeschaltet werden sollten medizinische Geräte, Alarmanlagen, Heizungssteuerungen, notwendige Pumpen sowie Router, über die Telefonie, Sicherheitsfunktionen oder Smart-Home-Komponenten laufen. Kühl- und Gefriergeräte dürfen nur außer Betrieb genommen werden, wenn sie vollständig geleert und anschließend mit geöffneter Tür gelagert werden.

Ein Austausch lohnt sich vor allem bei alten Geräten mit hohem gemessenem Jahresverbrauch. Die wirtschaftliche Prüfung ist einfach:

Amortisationszeit = Anschaffungskosten beziehungsweise Mehrpreis ÷ jährliche Stromersparnis

Kostet ein effizienteres Gerät 500 Euro und spart voraussichtlich 80 Euro pro Jahr, liegt die rechnerische Amortisationszeit bei 6,25 Jahren. Reparaturfähigkeit, Restlebensdauer, Nutzungshäufigkeit und Entsorgung sollten ebenfalls berücksichtigt werden. Ein funktionierendes Gerät allein wegen einer kleinen Effizienzverbesserung zu ersetzen, ist häufig weder finanziell noch ökologisch überzeugend.

Was Mieter und Hausbesitzer unterschiedlich beachten müssen

Mieter können eigene Steckgeräte messen, Einstellungen optimieren und schaltbare Steckdosenleisten verwenden. Bei fest eingebauten Boilern, Lüftungsanlagen oder ungewöhnlich hohem Grundverbrauch sollte die Vermietung informiert werden. Elektrische Installationen dürfen nicht eigenmächtig verändert werden.

Hausbesitzer können zusätzlich Heizungspumpen, Warmwassertechnik, Außenbeleuchtung, Garagentorantriebe und ältere Haustechnik prüfen lassen. Bei einem dauerhaft hohen Verbrauch trotz ausgeschalteter Steckgeräte kann eine fachkundige Untersuchung des Stromkreises sinnvoll sein.

Am Ende zählt der Vergleich: Notieren Sie den Zählerstand vor und nach einer vollständigen Woche mit den neuen Einstellungen. So erkennen Sie, ob die Maßnahmen im Alltag tatsächlich sparen oder nur rechnerisch gut aussehen.

Häufig gestellte Fragen

Welche Geräte sind im Haushalt die größten Stromfresser?

Entscheidend sind nicht nur hohe Wattzahlen, sondern Leistung × Laufzeit. Besonders verdächtig sind alte Kühl- und Gefriergeräte, elektrische Warmwasserbereiter, Wäschetrockner, Heizlüfter, Aquarien sowie Unterhaltungselektronik im Dauerbetrieb. Ein Gerät mit nur 10 Watt Dauerverbrauch benötigt jährlich rund 88 kWh. Deshalb können mehrere kleine Standby-Verbraucher teurer sein als ein leistungsstarker Wasserkocher, der täglich nur wenige Minuten läuft.

Wie finde ich mit einem Strommessgerät heraus, ob sich das Abschalten lohnt?

Hinterlegen Sie möglichst Ihren aktuellen Strompreis und messen Sie das Gerät im typischen Alltag. Router, Fernseher und Bürogeräte sollten mindestens 48 bis 72 Stunden, Kühlgeräte mindestens sieben Tage erfasst werden. Berechnen Sie anschließend: Jahresverbrauch in kWh × Arbeitspreis = jährliche Kosten. Als praktische Priorität gelten Verbraucher, die unnötig dauerhaft laufen oder sich ohne Komfortverlust per schaltbarer Steckdosenleiste, Zeitschaltuhr oder Geräteeinstellung abschalten lassen. Kühlschrank, Router bei benötigter Telefonie, Alarmtechnik und andere sicherheitsrelevante Geräte dürfen nicht pauschal vom Netz getrennt werden.

Wie viel Geld kann ein Haushalt durch das Abschalten von Dauerverbrauchern sparen?

Das hängt vom Stromtarif und vom gemessenen Grundverbrauch ab. Bei einem Beispielpreis von 0,35 Euro je kWh kostet ein unnötiger Dauerverbrauch von 20 Watt rund 61 Euro pro Jahr; 50 Watt verursachen etwa 153 Euro. Für Haushalte und kleine Betriebe mit mehreren Arbeitsplätzen lohnt sich daher besonders ein Check außerhalb der Nutzungszeiten: Bleibt der Stromverbrauch nachts oder am Wochenende auffällig hoch, sollten Monitore, Drucker, Kaffeemaschinen, Netzteile und sonstige Bereitschaftsverbraucher einzeln geprüft werden.

Was sollte ich nach dem Stromverbrauchs-Check als Nächstes tun?

Erstellen Sie eine Rangliste nach jährlichen Kosten und beginnen Sie mit Maßnahmen, die sich schnell amortisieren. Dokumentieren Sie den Zählerstand vor und einige Wochen nach der Umstellung, damit die Wirkung sichtbar wird. Technische Verbrauchsdaten und zulässige Abschaltmöglichkeiten finden Sie in der Bedienungsanleitung oder beim Hersteller. Unabhängige Hinweise bieten die Verbraucherzentrale und das Energielabel der EU. Bleibt trotz ausgeschalteter Steckgeräte ein ungewöhnlich hoher Grundverbrauch bestehen, sollte eine Elektrofachkraft fest angeschlossene Anlagen, Warmwasserbereitung oder mögliche Defekte prüfen.

Quelle: Editorial research

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