2026-08-20 Aktuelle Nachrichten und Hintergründe aus Deutschland und der Welt.
Milchstraße und Perseiden-Sternschnuppen über einer dunklen Wald-Silhouette in einer klaren Nacht.

Perseiden nach dem Maximum: Der Blick am 18. August

Auch nach ihrem Maximum sind die Perseiden noch nicht vollständig verschwunden. In der Nacht vom 17. auf den 18. August 2026 können über Deutschland einzelne Meteore sichtbar werden, sofern Wolken, Mondlicht und künstliche Beleuchtung den Blick nicht stören. Eine bestimmte Zahl lässt sich jedoch weder für einen Ort noch für eine Stunde seriös versprechen.

Die NASA beschreibt die Perseiden als jährlich wiederkehrenden Meteorstrom, der über mehrere Wochen im Juli und August aktiv ist und Mitte August seinen Höhepunkt erreicht. Nach diesem Maximum nimmt die Aktivität ab. Für einen spontanen Beobachtungsabend bedeutet das: Geduld ist wichtiger als die Erwartung eines dauernden Himmelsspektakels.

Wann sich der Blick in dieser Nacht noch lohnt

Entscheidend ist nicht allein die Uhrzeit. Gute Chancen auf zumindest einen freien Blick entstehen dort, wo der Himmel dunkel, die Bewölkung gering und der Horizont möglichst offen ist. Vor der Abfahrt lohnt deshalb ein aktueller Vergleich von lokalem Wetterbericht, Wolkenkarte und Niederschlagsradar.

Besonders wichtig sind diese Bedingungen:

  • möglichst wenige oder dünne Wolken über dem eigenen Standort
  • ein dunkler Platz außerhalb stark beleuchteter Straßen und Zentren
  • ein großer, nicht durch Häuser oder Bäume verdeckter Himmelsausschnitt
  • ausreichend Zeit für ruhiges Beobachten ohne Sichtbarkeitsgarantie

Schon innerhalb einer Region können sich die Verhältnisse unterscheiden. Eine Wolkenlücke im Nachbarort kann hilfreicher sein als ein theoretisch dunkler Aussichtspunkt unter geschlossener Wolkendecke. Bei Nebel, Regen oder dichter Bewölkung lohnt eine längere Anfahrt gewöhnlich nicht.

Warum der Stadtrand meist besser als die Innenstadt ist

Straßenlaternen, Schaufenster, Leuchtreklame und angestrahlte Gebäude hellen den Nachthimmel auf. Diese Lichtverschmutzung überdeckt vor allem schwächere Meteore. Ein Park ohne direkte Beleuchtung kann bereits besser sein als eine Innenstadtstraße; noch günstiger ist häufig ein sicher erreichbarer Platz am Stadtrand oder im ländlichen Raum.

Der Standort sollte nicht nur dunkel, sondern auch legal und gefahrlos zugänglich sein. Private Felder, gesperrte Wege und Betriebsflächen dürfen nicht ohne Erlaubnis betreten werden. In Natur- und Landschaftsschutzgebieten gelten die örtlichen Wege-, Ruhe- und Schutzregeln auch nachts. Tiere sollten weder durch Licht noch durch Lärm gestört werden.

Direkte Sicht auf das Sternbild Perseus ist nicht zwingend erforderlich. Perseus bezeichnet zwar den scheinbaren Ausgangsbereich des Meteorstroms, die Leuchtspuren können aber über größere Teile des Himmels ziehen. Ein weiter Blick nach oben ist daher nützlicher als das starre Fixieren eines einzelnen Punktes.

Perseiden nach dem Maximum: Der Blick am 18. August

So gewöhnen sich die Augen an die Dunkelheit

Nach dem Verlassen eines hellen Raums erkennt das Auge zunächst nur die auffälligsten Sterne. Für eine bessere Dunkeladaptation sollten etwa 20 bis 30 Minuten eingeplant werden. In dieser Zeit möglichst nicht auf helle Displays, Autoscheinwerfer oder weiße Taschenlampen schauen.

Wer das Smartphone für eine Wolkenkarte oder die Orientierung benötigt, sollte die Displayhelligkeit stark reduzieren und nach Möglichkeit einen Rotlichtmodus verwenden. Jeder helle Blick kann die Anpassung teilweise zurücksetzen.

Fernglas und Teleskop sind für die Meteorsuche nicht erforderlich. Beide Instrumente zeigen nur einen kleinen Ausschnitt des Himmels, während Meteore unerwartet an unterschiedlichen Stellen auftauchen können. Das bloße Auge bietet dafür das passendere weite Sichtfeld.

Eine einfache Vorbereitung für 30 Minuten unter freiem Himmel

Für einen kurzen Versuch reicht eine überschaubare Ausrüstung:

  • warme Kleidung in mehreren Schichten
  • feste Schuhe und bei Bedarf eine Mütze
  • Liegestuhl, Isomatte oder Decke
  • gedimmtes Smartphone für Wettercheck und Uhrzeit
  • kleines Getränk und eine schwache Leuchte für den Rückweg

Auch im August kann es nach längerem Sitzen oder Liegen deutlich kühl werden. Ein bequemer Blickwinkel hilft außerdem, den Nacken zu entlasten. Danach heißt es warten: Einzelne Meteore können in kurzen Abständen erscheinen, ebenso sind längere Pausen ohne sichtbare Spur möglich.

Der letzte Wettercheck entscheidet über die Anfahrt

Kurz vor dem Aufbruch sollten Beobachtende die Wolkenentwicklung für ihren konkreten Ort noch einmal prüfen. Eine Prognose für ein ganzes Bundesland ist zu grob, wenn einzelne Wolkenfelder durchziehen. Zusätzlich sollte geklärt sein, ob der gewählte Weg nachts geöffnet, sicher begehbar und ohne Betreten privater Flächen erreichbar ist.

Zeigt die lokale Wolkenkarte eine längere Auflockerung, kann sich ein kurzer Versuch lohnen. Bleibt der Himmel geschlossen oder dominiert starke Beleuchtung, ist ein Ortswechsel nur dann sinnvoll, wenn das Ziel sicher erreichbar ist und dort tatsächlich bessere Bedingungen erwartet werden.

Quelle: NASA

Kommentare

Noch keine Kommentare. Seien Sie der Erste!

Weitere Geschichten